Meine eigene Liebesgeschichte

Vor einiger Zeit hat mich jemand gefragt, woher ich all diese romantischen Geschichten nehme, die ich in meinen Büchern verarbeite. Nun ja, zum einen habe ich wohl eine blühende Fantasie, und dann kann ich ohne rot zu werden sagen, dass mir manches davon in der einen oder anderen Form selbst mal passiert ist. 😉

Hier kommt die wahre Geschichte von Hunter … und mir.

Wir hatte ein Lied …

Ich war siebzehn, als mir selbst die süßeste Romanze passiert ist, die man sich nur vorstellen kann. Damals lebte ich noch in Wien, wo ich auch zur Schule ging, doch jeden Sommer verbrachte ich zwei tolle Monate im Haus meiner Großeltern in Oberösterreich. Ein wunderschöner Ort, sehr grün und weit, weit weg von jeglichem Großstadtgetümmel.

Es war der Sommer vor meinem Abschlussjahr, als ich wieder einmal aufs Land raus fuhr. Meine beste Freundin und ich waren jeden Tag von frühmorgens bis spät in der Nacht draußen unterwegs. Ich musste ja schließlich so viel Natur und Landluft aufsaugen, wie nur irgendwie möglich war, um später davon zehren zu können, wenn ich wieder zurück in der Stadt war – die ich wirklich abgrundtief gehasst habe.

Eines Nachmittags spielten wir Tennis auf der ruhigen Straße vor dem Haus meiner Großeltern, da fuhr plötzlich dieses super-sexy Auto vorbei. Es war dunkelrot, tiefergelegt und echt hübsch aufgemotzt. Der Bursche hinterm Steuer musste bremsen, weil wir ja mit unserem Spiel die Fahrbahn blockierten. Da rollte der Ball direkt zu seinem Vorderreifen. Ich rannte los, um ihn zu holen, und das war der Moment, in dem ich ihm zum ersten Mal in die Augen sah. Ich habe mich sofort Hals über Kopf verliebt.

Er sah genauso aus wie Ryan Hunter… nur blond.

Nachdem ich unter Herzklopfen unseren Tennisball gerettet hatte und er weitergefahren war, drehte ich mich zu meiner Freundin um und mit nur einem Blick wusste sie: Mich hat’s böse erwischt. Das Gute an der Sache war, dass sie diesen Jungen kannte. Zwar nicht persönlich, aber sie hatte ihre ältere Schwester schon ein paarmal von ihm und seinem Auto erzählen gehört. Offenbar war er neunzehn, lebte ebenfalls in dem kleinen Ort, nicht weit vom Haus meiner Großeltern entfernt… und er war ein Playboy.

Ernsthaft – wie sollte das jemals mit ihm und mir funktionieren? Ich war gerade siebzehn geworden, hatte noch nie zuvor einen Jungen geküsst und war wohl das schüchternste Mädchen in ganz Österreich.

Denkt ihr jetzt, dass wir beide ein tolles Paar abgegeben hätten, passend für einen langen, atemberaubenden Liebesroman?

Tja, der Meinung war ich auch. 😉

Nur leider hatte ich keine Ahnung, wie ich es anstellen sollte, dass sich unsere Wege noch einmal kreuzen. Weder kannte ich seine Freunde, noch ging ich oft aus, sodass wir uns irgendwo hätten begegnen können, und ein sexy Auto besaß ich auch nicht, mit dem ich ihm vielleicht aufgefallen wäre, so wie er mir. Ich hatte ja noch nicht einmal meinen Führerschein.

Also tat ich einfach das, was wohl jedes liebeskranke Mädchen in meiner Lage getan hätte: Meine Freundin und ich fingen an, uns ständig in der Nähe seiner Wohnung aufzuhalten. Gleich unter ihr war ein Laden, der über ein riesiges Fenster mit einem gemütlichen Sims so breit wie eine Bank verfügte. Da setzten wir uns hin und warteten stundenlang auf ihn. Nach einiger Zeit fanden wir heraus, dass er gerade in Salzburg bei der Bundeswehr stationiert war und nur am Wochenende nach Hause kam, was die Warterei schließlich auf Freitag bis Sonntag eingrenzte. An diesen Tagen saßen wir aber dann die meiste Zeit dort und ich hoffte, hin und wieder einen kurzen Blick auf ihn werfen zu können, wenn er mit seinem Auto ziellos durch die Ortschaft fuhr – was er anscheinend am liebsten tat.

Auf diese Weise bekam ich ihn sogar ziemlich oft zu sehen. Leider hatte er nur meistens irgendwelche Mädchen an seiner Seite. Das reichte mir schließlich aus, um den Schwanz einzuziehen und die Hoffnung aufzugeben. Niemals würde ich mutig genug sein, um auf ihn zuzugehen und einen lockeren Flirt mit ihm anzufangen, was all den anderen total leicht zu fallen schien. Wie ich schon sagte, ich war schüchtern. Zu schade…

Doch dann, eines Tages (es war der 15. August, ein Freitag), hingen meine Freundin und ich mal wieder vor meinem Haus in der Sonne rum, als etwas passierte, das ich mein Leben lang nicht mehr vergessen werde. Der Junge mit dem roten Auto fuhr an uns vorbei, ganz langsam, die Fenster bis zum Anschlag runtergerollt. Er neigte seinen Kopf zu meiner Seite und zog einen Mundwinkel zu einem kleinen Lächeln nach oben.

Mein Herz schlug einen Purzelbaum. Buchstäblich! Ich war total baff und konnte gar nicht glauben, dass er das gerade wirklich getan hatte. Es war so ein unglaublich persönlicher Moment zwischen ihm und mir. Da hatte das ganze Herumsitzen unter seiner Wohnung wohl doch etwas gebracht. Sein Lächeln wirkte beinahe wie eine Einladung. Nur wozu? Ich hatte nicht die geringste Ahnung.

Aber mit der ganzen Aufregung, die in meiner Brust brodelte, musste ich ihn einfach wiedersehen. Also spazierten meine Freundin und ich an diesem Nachmittag noch einmal zu dem Schaufenster unter seiner Wohnung und pflanzten uns dort hin, wie schon so oft in diesem Sommer.

Es dauerte nur ein paar Minuten, bis er ebenfalls dort aufkreuzte und auf der Straßenseite gegenüber parkte. Während er sich gerade mit einem Freund unterhielt, versuchte ich, nicht allzu auffällig zu ihm rüber zu sehen. Aber natürlich fiel es den beiden auf. Plötzlich kam sein Freund auf uns zu. Ich hatte ihn früher schon einmal gesehen – sein Spitzname war Jay –, doch geredet hatten wir bis dahin noch nie miteinander. Er fragte uns, ob wir Lust auf eine kleine Spritztour mit ihnen hätten.

Nun warf ich dem Jungen gegenüber einen gekränkten Blick zu und dachte: Echt jetzt? Du – Casanova – schickst einen Laufburschen, um uns zu fragen? Irgendwie hatte mich das doch sehr in meinem Stolz verletzt, also sagte ich Nein zu Jay. Nicht, wenn uns der andere nicht persönlich fragt.

Er ging also zurück, um meine Botschaft auszurichten. Was dann passierte, war echt so niedlich, dass ich heute noch schmunzeln muss, wenn ich daran denke. Der blonde Kerl, der auf der Motorhaube seines Wagens saß, lachte, blickte hoch zum Himmel und schüttelte verblüfft den Kopf. Wahrscheinlich verdrehte er dabei sogar die Augen. Dann begann er, verschmitzt zu grinsen, sah zu mir herüber und rief quer über die Straße: „Na schön… Komm schon! Biiitte!“

Meine Freundin war total dafür, dass wir sofort zu ihm in den Wagen springen, denn während ich mächtig auf den Jungen stand, stand sie ganz stark auf sein Auto. Okay, ich stand auch auf sein Auto, aber mehr auf ihn.

Nach dieser süßen Einladung konnte ich nicht länger widerstehen. Mir zitterten die Knie, als wir auf ihn zugingen, und ich konnte nur hoffen, dass er es nicht bemerkte. Er lehnte immer noch an seinem Auto, die Arme vor der Brust verschränkt und die Knöchel über Kreuz. Als ich vor ihm stand, neigte er leicht den Kopf und fragte: „Lust, ein bisschen spazieren zu fahren?“

„Nur, wenn ich vorne sitzen darf“, antwortete ich.

Da kam wieder dieses niedliche, schiefe Grinsen zum Vorschein. „Geht klar.“

Gerade wollte ich einsteigen, da protestierte meine Freundin plötzlich: „Hey! Wieso darfst du vorne sitzen?“

Natürlich hätte es ihr die Welt bedeutet, in dem Auto ihrer Träume auch vorne sitzen zu können. Aber mir war es noch wichtiger, neben dem Mann meiner Träume zu sitzen. Das konnte ich jedoch unter gar keinen Umständen laut sagen, darum erwiderte ich scherzhaft: „Weil ich älter bin als du.“

Und dann trat Casanova auf einmal hinter mich, ganz nah, und erklärte meiner Freundin, während er ganz sanft in mein Ohr sprach: „Außerdem will ich nicht, dass sie hinten sitzt.“

OMG – Schmetterlinge in meinem Bauch! Sooo viele Schmetterlinge!!

Habt ihr euch eigentlich das Lied angehört, das ich oben erwähnt habe? Das lief damals nämlich gerade in seinem Auto.

Wir fuhren anschließend etwa eine Stunde lang mit den beiden Jungs herum und lernten uns dabei ein kleines bisschen besser kennen. Ich liebte es einfach nur, seiner Stimme zuzuhören. Unglaublich sexy…

Als wir wieder dort ankamen, wo uns die beiden aufgegabelt hatten, stiegen wir aus und unterhielten uns noch eine ganze Weile. Doch dann wurde es fünf Uhr, und zu der Zeit musste ich immer zum Abendessen nach Hause. Meine Großeltern waren cool. Ich konnte den ganzen Tag und auch bis mitten in der Nacht ausbleiben. Nur zu den Essenszeiten sollte ich anwesend sein, also sagten wir den Jungs, dass wir jetzt losmüssten.

„Kommst du später wieder?“, fragte mich Casanova.

Ich lächelte, denn es klang so, als wollte er das unbedingt. „Mmm, vielleicht?“

Er kräuselte neckisch die Lippen. „Nicht vielleicht. Du solltest besser.“

„Ach so? Und warum?“

Da lehnte er sich etwas weiter zu mir und schnurrte mir ins Ohr: „Weil ich weiß, wo du wohnst.“

Tja, das ist der Stoff, bei dem es mir vor kribbelnder Aufregung immer noch die kleinen Härchen im Nacken aufstellt.

Tut mir leid, Leute, so weit wollte ich eigentlich gar nicht ausschweifen. Darum möchte ich euch zum Abschluss nur noch verraten, dass ich ihn am selben Abend noch einmal getroffen habe und es war wirklich nett. Aber er war trotz allem ein Playboy – vergesst das nicht – und ich hatte für mich beschlossen, dass ich nicht einfach nur der nächste Name auf seiner Liste sein wollte. Also ließ ich ihn anderthalb Jahre auf unseren ersten Kuss warten.

You & Me

Und erst vor Kurzem hat er mir zu Hause in unserem Schlafzimmer gesagt, dass ich das Warten absolut wert war… ❤

 

One thought on “Meine eigene Liebesgeschichte

  1. Awww…das ist eine tolle Lovestory! ❤
    Da wird Frau ja direkt neidisch. Schade dass ich keine Großeltern auf dem Land habe…

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