Anna Uncut: Irgendwann habe ich es selbst geschrieben

ANNA UNCUT.

💞💞💞💞💞💞💞💞

Es ist wieder einmal Zeit für ein bisschen Filmtalk. 😉

Letztes Mal habe ich euch erzählt, dass JULIAN mein erstes Drehbuch war und dass es gerade ein bisschen Aufmerksamkeit bekommt. Aber wie kam es überhaupt dazu? Wollt ihr’s wissen?

Nun, alles begann vor 2 Jahren, als ich diesen unglaublich festsitzenden Wunsch hatte, Neverland (Herzklopfen in Nimmerland) irgendwann in den Kinos zu sehen. Ich habe mir überlegt, wie ich etwas gezielte Aufmerksamkeit für das Buch bekommen könnte, und kam dann zu dem Entschluss: Ein cinematischer Buchtrailer muss her. Cinematisch bedeutet, dass dieser mit echten Schauspielern gedreht wird, genauso wie der Trailer zu einem echten Film. Ich hatte Großes vor, allerdings Null Budget dazu.

Sowas kann mich aber nicht abhalten, darum habe ich einfach mal einen Schuss ins Blaue abgegeben und einige Absolventen der Filmschule in London angeschrieben. Ich habe ihnen meine Idee vorgestellt, auf der Suche nach einem jungen Produzenten, der an so einem Projekt interessiert wäre.

Auf diesem Weg habe ich eine junge, engagierte Drehbuchautorin aus L.A. kennengelernt, die mir einiges über Filme, Projekte, Budget, den Downfall von zu teuren Special-Effects und der Unwahrscheinlichkeit in der Filmbranche einen Fuß durch bestimmte Türen zu bekommen, erzählt hat.

Projekt Neverland wanderte also erst mal auf Eis. Gleichzeitig hat sie sich aber in Julian verliebt und mir vorgeschlagen, ein Drehbuch basierend auf dem Originalbuch zu schreiben. Ich war begeistert und los ging das Ding.

Während wir beide über Monate an dem Drehbuch gearbeitet haben, kamen einige interessierte Leute in unser Team. Am Ende war jedoch leider nicht die richtige Person dabei. Ich habe zudem auch nach langer Zeit feststellen müssen, dass das Drehbuch nicht so wurde, wie ich es gerne gehabt hätte. Ich wurde immer unglücklicher damit.

Allerdings habe ich während der Zusammenarbeit mit der Drehbuchautorin so viel über die Filmindustrie und das Schreiben von Skripten gelernt, dass ich im Frühjahr beschlossen habe, das Ding einfach mal selbst in die Hand zu nehmen. Ich habe Kurse gemacht, Telefonbuch-dicke Wälzer gelesen, mich hingesetzt und es mit der üblichen Leidenschaft versucht, die mich immer packt, wenn ich in eine andere Welt abtauche. Und was soll ich sagen… Nach 7 Tagen ohne Schlaf, Essen und minimierten Klopausen stand der erste Entwurf. Und nicht nur ich war begeistert, sondern auch meine Kollegin.

Wie ich euch schon vor einiger Zeit am Original-Drehbuch zu Beauty and the Beast veranschaulicht habe, ist es unmöglich, 500 Buchseiten in 90 Filmminuten zu packen. Es musste Vieles verändert werden…

Ich habe die Dynamik angepasst, Szenen umgeschrieben, Julian ein bisschen dunkler gestaltet (mmmmh… ^^) und auch das Ende ist völlig anders, obwohl es doch gleich ist. Alles in allem ist das Drehbuch nur an die Originalgeschichte angelehnt, doch die Essenz der Geschichte blieb dabei erhalten. Ich war verliebt!

Natürlich gab es noch Einiges daran zu verbessern. Dafür gibt es in Hollywood sogenannte Script-Coverage-Services, das sind tolle Drehbuchautoren mit jahrzehntelanger Erfarung, die ein Lektorat übernehmen. Kostet natürlich, ist aber jeden Cent wert, denn ich konnte mir die Form und Tiefe des Lektorats ausssuchen und auch, mit welchem bekannten Drehbuchautor/in ich gerne zusammenarbeiten wollte.

Und das war mit Abstand die beste Entscheidung, die ich treffen konnte!

Wenn ihr erfahren wollt, was als nächstes mit Julian passiert ist, dann kommt nächsten Freitag noch einmal hier vorbei und ich erzähle euch wieder ein bisschen, wie es mit ihm weiterging. 😉

Love,
Anna